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alles Wissenswerte über La Palma

Entdecken Sie La Palma!

Die Insel der Kontraste ist ein Kontinent im Kleinen

Wie ein Herz liegt die rund 700 km² große Insel, das entspricht etwa der Größe Hamburgs, am westlichen Rand des Kanarischen Archipels. Die Spitze des Herzens zeigt nach Süden, und im Norden hat es mit 29 km seine breiteste Ausdehnung. So stellt sich der Blick aus der Höhe dar, etwa auf einer Satellitenaufnahme aus den 1980er-Jahren, die hier und dort noch in öffentlichen Gebäuden an der Wand hängt. Nähert man sich mit dem Schiff, so bietet sich ein anderer Anblick: Als mächtiger Scherenschnitt erhebt sich die Insel abrupt aus dem Atlantik, und vom Seeniveau aus wirken die Höhenzüge - bis zu 2500 m steigen sie auf - noch gewaltiger.

La Palma ist vulkanischen Ursprungs. Vor etwa 20 Mio. Jahren ist die Insel mit einer gewaltigen Eruption aus dem Ozean hervorgekommen. Der Vulkanismus hat Geografie, Flora und Fauna sowie das Leben der Menschen bestimmt. Heute schlummern die Vulkane; der letzte Ausbruch auf La Palma war 1971, als der Teneguía Feuer und Asche spie.
Inselbesucher erwartet eine vulkanisch- gebirgige Landschaft, die überwiegend mit Kiefernwäldern und Kulturpflanzen bewachsen ist, jedoch auch einige nackte Vulkankegel mit zum Teil gewaltigen Lavaund Ascheausläufern aufweist. Auch einer der größten Erosionskrater der Erde ist zu bestaunen. Strände dagegen sind rar gesät.

La Palma ist eine grüne Insel. Sie wird im Herbst und Winter mitunter vom Regen verwöhnt, was bei den Feriengästen oft Enttäuschung hervorruft. Doch der Regen spendet das unentbehrliche Wasser für die Landwirtschaft, die immer noch größte Bedeutung für die Wirtschaft La Palmas hat.

Die Insel mit einer Nord-Süd- Ausdehnung von etwa 47 km wird durch einen Gebirgskamm, die Cumbre, in eine feuchtere Ost- und eine trockenere Westhälfte geteilt: Die Cumbre steht quer zu den einfallenden Passatwinden. Die von ihnen herangeführten Wolken regnen auf der Ostseite ab. Wie krass dieser Gegensatz sein kann, erfahren Sie, wenn Sie vom Osten der Insel über die Cumbre nach Westen fahren. Sowie Sie den Straßentunnel passiert haben, herrscht strahlender Sonnenschein, während im Ostteil der Himmel womöglich wolkenverhangen ist.

Die unterschiedlichen Klimazonen machen aus La Palma einen Minikontinent. In den niedrigen Küstenzonen herrscht subtropisches Klima. Bananen, Mangos, Ananas und Papayas gedeihen hier. Ab etwa 400 m Höhe wachsen Palmen, Wein, Aprikosen, Pfirsiche, Kartoffeln, boniatos und Getreidearten. Ab 1200 m schließlich folgen Lorbeer- und Maronenbäume sowie die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die nur auf dem Kanarischen Archipel wächst. Sie bedeckt fast ein Drittel der Inseloberfläche und ist relativ feuerresistent, sodass sie nach den im Sommer häufig vorkommenden Bränden meistens erneut ausschlägt. Über viele Jahrhunderte hatte sie einen hohen ökonomischen Wert, weil ihr eisenhartes Kernholz, tea genannt, als Bauholz genutzt wurde. In den alten Inselkirchen sieht man noch Teaholzdecken, die nach Hunderten von Jahren fast wie neu wirken.

Neben der Kanarischen Kiefer gibt es viele andere endemische, nur hier wachsende Pflanzen. Zu ihnen gehören etliche Aeoniumarten, die sich mit ihren fleischigen Blättern selbst auf Felsen breit machen und überall ins Auge fallen.

Auf dieser Insel der Kontraste mit ihren hohen Bergen, schroffen Graten, Lavafeldern, Pinien- und Lorbeewäldern und Bananenplantagen, mit Temperaturen zum Schwitzen und solchen zum Frieren, leben rund 80 000 Menschen, davon etwa 18 000 in der Hauptstadt Santa Cruz de la Palma. Die Hafenstadt war jahrhundertelang der letzte Zwischenstopp für die vielen kanarischen und spanischen Emigranten, die in mehreren Wellen nach Venezuela und Kuba auswanderten.

Abgesehen von dieser Transitfunktion war La Palma relativ isoliert vom Rest der Welt. Mitunter störten Piraten die Ruhe der Insulaner. Einige kleinere Kastelle in der Hauptstadt erinnern an diese Zeit.

Der Handel mit Zucker, Wein, Kartoffeln und Zwiebeln brachte zunächst nicht den entscheidenden kulturellen Austausch mit anderen Ländern. Erst der Anbau der Banane, im 19. Jh. von Engländern begonnen, öffnete die Insel mehr und mehr für neue Ideen.

Doch die Palmeros behielten lange ihre Identität, die mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten und dem Tourismus langsam aufgeweicht wird. Der frühe Tourismus begann etwa um 1960.

Die meisten Palmeros sind zurückhaltend, oft tímido, was schüchtern oder scheu bedeutet. Dies mag die Folge jahrhundertelanger Fremdbestimmung durch Großgrundbesitzer und Statthalter der fernen Regierung in Madrid sein (heute haben die Kanaren Autonomiestatus).

Das zurückhaltende Wesen der Insulaner bedeutet jedoch nicht, dass sie unfreundlich im Umgang mit Touristen wären. Spricht man Einheimische, womöglich in ihrer eigenen Sprache, an, so erweisen sie sich meistens als freundlich und hilfsbereit, begierig, über ihre Heimat zu erzählen.

Auf La Palma werden Sie auf noch nicht vollends zerstörte Strukturen treffen. Dazu gehört auch die Ruhe, mit der Geschäfte abgewickelt und Auskünfte erteilt werden. Dank intensiver Förderung seitens der Behörden werden traditionelle Künste und Gebräuche gepflegt, die nicht zu bloßem Touristenspektakel verkommen sind. Die jahrhundertealten Traditionen der Seidenspinnerei, Weberei, Stickerei und Korbflechterei sind lebendig und werden hauptsächlich von Frauen betrieben.

Die Männer drehen Zigarren, stampfen mit den Füßen den Most aus den Trauben, töpfern und bearbeiten das Land. Alle gemeinsam pflegen eine ins Gemüt gehende Folkloremusik, feiern zahlreiche Feste, besuchen Viehmärkte, veranstalten ausgelassene sonntägliche Picknicks mit der Familie, nehmen an feierlichen Prozessionen teil und zeigen ihren Stolz auf die kanarische Heimat.

Zur kulturellen Eigenständigkeit gehören auch die jahrhundertealten Kirchen, die Bürgerhäuser in den größeren Orten, die Kolonialbauten in der Hauptstadt, die Landsitze und Weinbodegas, die sich in den Feldern ducken.

Doch aus Europa kommende Verordnungen könnten die insularen Eigenarten bald glätten. Es ist wohl eine Frage der Zeit, wann der Kaufmann an der Ecke den Wein nicht mehr vom Fass verkaufen darf, wann der vom Bauern noch per Hand gefertigte Ziegenkäse in Folie eingeschweißt werden muss.

Auch die bemerkenswerten Bemühungen der örtlichen Behörden, die touristische Infrastruktur zu verbessern, gelingen manchmal allzu perfekt und am Geschmack von Naturpuristen vorbei.

Eine ökologische Bewegung auf der Insel versucht gegenzusteuern, wo es angebracht erscheint. Ihr ist es zu verdanken, dass nicht jede Idylle in eine Touristenattraktion verwandelt wird und die auch auf den Kanarischen Inseln bestehenden Gesetze zum Naturschutz einigermaßen befolgt werden.

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